Am 17. März wird Florian Wintels (Paderborn/Bad Bentheim) sein lang erwartetes erstes Buch „Sieben auf einen Scheiß“ vorstellen. Dieses Buch ist viel weniger eine Textsammlung als eine kleine Oase der Explizitlyrik, in welcher sich derber Humor mit geschliffener Technik meist fast musikalisch rhythmisiert zu Texten und Geschichten, Wortkaskaden und Welten eröffnet, welche sich in ihrer Schärfe und Brisanz mal schleichend, mal mitten ins Gesicht, zumindest unvergessen machen. Geschichten, die sich meist erst am Schluss erklären und ihren Sinn beziehen, die zum nach- und umdenken anregen, zum Lachen oder Weinen bringen und in keinstem Falle langweilen. Geschichten, die vor ernstem Hintergrund sarkastisch und ironisch eine Moral vermitteln oder zumindest ein bisschen witzig sind. Sie hinterfragen die Selbstverständlichkeit des Lebens, den Begriff des Begreifens und setzen die Metapher der Scheiße für Liebe, Hass, Gleichgültigkeit, für den Tod und das Leben. Von einem Künstler, den man, falls nicht erlebt, aber gelesen haben muss, der viel sagt, ohne dabei nichts zu sagen, mit Wortwitz und bleibenden Pointen, mit der Prise Extreme, die es einem würzig auf der Seele zergehen lässt oder seine Schärfe noch nachwirkt. Das erste Märchenbuch, das Kinder ihren Eltern vorlesen sollten.
Florian Wintels erspähte am vierten Juni 1993 das Licht der Welt und war schon damals recht keck. 2009 bestritt er, eher gezwungen als wollend, seinen ersten Poetry Slam in der schönen Grafschaft Bentheim, die er, trotz Studiums in Paderborn, seine Heimat schimpft, und stellte sich dabei gar nicht so schlecht an. Er gewann hin und wieder, doch tauchte nicht oft auf, er war der Ninja unter den Slammern und 2011 trat er das erste Mal bei den deutschsprachigen Meisterschaften in Hamburg auf die große Bühne und versagte hart! Eine schwere Zeit für ihn und seine Familie, da die Hoffnungen groß, doch seine lyrischen Mittel knapp waren. Er nutzte die Zeit der Niedergeschlagenheit, um wie ein Phönix aus der Asche emporzusteigen und zu dem zu werden, was er heute ist, nämlich eine ,,rappende Slammaschine“ (ARD), ,,abstoßend derb“ (Neue Westfälische), aber auch ,,reichlich knusper“ (Johannes Floehr). Er ist Paderborner Stadtmeister 2013, Niedersachen/Bremen-Meister 2013 und der einzige Halunke, der es schaffte, innerhalb von zwei Jahren in drei Einzelfinals deutscher Meisterschaften zu stehen: 2012 dritter Platz U20, 2013 vierter Platz U20 und 2013 vierter Platz im Einzel. Er spielt Handball und Fußball, hat eine ziemlich dufte Band und trinkt immer nur dann, wenn es geht.
Eintritt: 6,- € / 4,- € (erm.)
Vorverkauf im Sputnik