Bad Temper Joe – dieser Name steht für Blues. Doch man hüte sich den Bielefelder sofort in eine Schublade zu stecken! Man kann sich sicher sein, wenn Bad Temper Joe sich über seine Lap-Slide Gitarre beugt und den Blues spielt, liefert er einen herzzerreißenden, gefühlvollen und einmaligen Sound, der komplett sein eigen ist. Das ist der richtige, wahre, aber ungewöhnliche Blues.
In der heimischen Szene hat sich der mürrische 22-Jährige mit der rauhen, knarzigen Stimme durch eine Vielzahl an Konzerten schnell einen Namen gemacht und gilt Insidern längst nicht mehr nur als Geheimtipp. Mit seinem Debütalbum „Sometimes A Sinner“ (Timezone/2014) machte er den ersten Schritt in Richtung nationaler Bühnen und deutet gleichzeitig an, dass sein Weg noch lange nicht zu Ende sein wird.
Wenn die Gitarre traktiert, die Mundharmonika geblasen wird und Bad Temper Joe seine Texte mal leise flüsternd ins Mikrofon haucht, mal laut, ohne Verstärkung shoutet, dann legt er einen Bann über sein Publikum, der einen bis zum letzten Song nicht mehr loslässt. Dabei vergisst man schnell, dass Joe selten ein Wort an sein Publikum richtet. Was zählt, sind seine Songs über Liebe, Verdruss, Hoffnung und Glaube. Da lässt er in einem Moment Robert Stevensons „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ wieder aufleben, so dass man glaubt, der verrückte Doktor nebst seinem Monster säße direkt vor einem, doch schon im nächsten Moment hört man die traurige Geschichte von Mary und ihrem Liebhaber Jimmy („Waiting for Jimmy“), bevor man erfährt, wie es ist, mit einem Whiskeyglas verheiraten zu sein („Broken Bottle Top“), oder der Erzählung über Hund, Katze und Maus („That Is That“) lauscht.
Wenn dann der „Sleeping Giant Blues“ angeschlagen wird, hört man, dass hier was ganz Großes wach wird. Bad Temper Joe ist ohne Frage eine der größten Nachwuchshoffnungen des Blues. Und er lebt diese Musik, der ein junges Gesicht durchaus gut zu Gesicht steht.
Eintritt: 6,-€ / 4,- € (erm.) // Vorverkauf im Sputnik